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Fremde Länder und unterschiedliche Kulturen haben schon immer die Menschen fasziniert. Die Lust auf Neues lässt auch Heute noch viele Menschen rund um die Welt reisen.

Pretoria

Südafrika – am untersten Ende des afrikanischen Kontinents liegt dieses große weite Land mit Pretoria als Hauptstadt. Auch wenn sich das Parlament in Kapstadt befindet und das Berufungsgericht in Bloemfontein.

Lage von Pretoria

Etwas mehr als 50 km nördlich von Johannesburg gelegen, befindet sich Pretoria in der Provinz Gauteng, einem Teil des ehemaligen Burenstaats Transvaal, im Nordosten des Landes auf über 1.300 m Höhe. Sie wird von der Magaliesbergkette eingerahmt, die hier ein fruchtbares und geschütztes Tal bilden. Dadurch entsteht ein eher subtropisches Klima mit warmen, feuchten Sommern und milden Wintern. Durch die Berge weht jedoch wenig Wind und die Sommer können sehr heiß werden.

Durch die Stadt fließt der Fluss Apies, der in der Sprache der einheimischen Bevölkerung ‚Tshwane‘ genannt wird und von dem die Stadt, mit langen Diskussionen, ihren offiziellen Namen bekommen hat: “City of Tshwane Metropolitan Municipality”.

Pretoria wurde 1855 von Marthinus Pretorius gegründet, Sohn des Andries Pretorius. Dieser war ein so genannter Voortrekker, ein burischer Pionier, der den Norden des Landes kolonisierte und durch die erfolgreiche Schlacht gegen die Zulus und als Kämpfer gegen die britische Kolonisierung bekannt wurde. 1860 wurde sie zur Hauptstadt der Südafrikanischen Republik erklärt, mit nur 300 Einwohnern, unter ihnen zahlreiche Deutschstämmige. Die Gründung war auch gleichzeitig das Ende der burischen Flucht aus dem Land um das Kap. Die Burenkriege endeten 1902 mit der Unterzeichnung des Friedensvertrages in Pretoria. Einer der bekanntesten Gefängnisinsassen Pretorias zu dieser Zeit war Winston Churchill, der als Kriegsberichterstatter hier in Gefangenschaft geriet und durch eine aufregende Flucht später Vorteile für seine politische Laufbahn fand.

Transvaal, wie diese Region Anfang des 20. Jahrhunderts hieß, wurde 1910 mit Oranje Freistaat, der Kapkolonie und Natal zur Südafrikanischen Union zusammengezogen. Pretoria wurde zur Hauptstadt der gesamten Union erklärt und blieb die von Transvaal. 2000 wurden alle umliegenden Orte mit Pretoria zusammen gefasst und in ‚City of Tshwane Metropolitan Municipality‘ umbenannt, wenn auch Pretoria der Name des Innenkerns bestehen bleibt.

Die Stadt, weitflächig angelegt und aus vielen Vororten bestehend, hat mindestens 2.346.000 Einwohner, wobei die Dunkelziffer nicht ganz klar ist, denn die vielen Armenviertel machen eine genaue Zählung schwer.

Das Stadtbild präsentiert sich modern, vorwiegend englisch, mit breiten Alleen, die mit wunderschönen Jacarandabäumen – ursprünglich aus Hawai’i stammend, gesäumt sind. Diese Bäume haben lilafarbende Blüten, die einen intensiven Duft ausströmen. Im Norden liegen die Viertel der gehobeneren Bevölkerung mit herrlichen Villen und Gärten. Die Architektur ist ein buntes Mix aus britischem Kolonialstil bis zu Art Deco und Elementen mit einmaligem südafrikanischen Stil. Die Union Buildings sind ein wunderbares Beispiel für europäischen Einfluss, das Voortrekker Monument erinnert an die bewegte Vergangenheit Pretorias und auf dem Campus der Südafrikanischen Universität begegnet man der Moderne.

Aber es gibt auch schöne Grünanlagen, die zum Spazieren einladen, zum Verweilen und Erholen, wie der zoologische Garten, der botanische Garten oder der Vogelpark Austin Roberts.

Im Jahre 2005 ist die Stadt mit dem LivCom-Award ausgezeichnet worden, als lebenswerteste Stadt der Welt.

Hier in Pretoria beginnt die Strecke des ‚Blue Train‘, eines der luxuriösesten Züge der Welt, der bis nach Kapstadt fährt, außerdem auf der Garden Route, zu den Victoria Fällen und entlang der westlichen Ecke des Krüger Parks. Luxus pur, mit schalldichten Fenstern, Butlerservice und Badewanne im Bad.

Die Wirtschaft der Stadt wird durch die Schwerindustrie, Eisen- und Stahlabbau geprägt. Maschinenbau und Eisenbahn haben ebenfalls eine wichtige Rolle. Einige große führende Autohersteller haben hier ihre Fabriken und geben so vielen Arbeitslosen zusätzliche Möglichkeiten zum Lebensunterhalt.
Der Tourismus trägt einen gewissen Beitrag für die Ökonomie der Stadt bei. Der Flughafen – ursprünglich zu Johannesburg gehörend – ist mit einem guten Bus-Shuttle mit der Innenstadt verbunden, der es möglich macht, in knapp einer Stunde am Ort zu sein, da er gut 40 km entfernt liegt. Es wird eine Hochgeschwindigkeitsbahn für 2010 geplant, rechtzeitig für die Fußballspiele, die hier für die in Südafrika ausgetragene WM stattfinden.

Die Universität von Pretoria ist einer der bedeutendsten und größte Südafrikas. Die UNISA ist eine Fernuniversität mit einer großen Zahl von Studenten, die sich einen akademischen Grad ‚erlernen‘.

Auch wenn es die Stadt erst etwas mehr als 150 Jahre gibt, so besitzt sie doch viele Sehenswürdigkeiten und interessante Bauwerke. Allein schon die Lage der Stadt in dem weiten, fruchtbaren Tal ist ein atemberaubendes Panorama von den umliegenden Bergen.
In der Innenstadt befindet sich der Church Square, ein Platz mit einem Denkmal des Paul Kruger, Präsident Südafrikas, nach dem der Krüger Park sowie der Krügerrand benannt wurden.
Seine Residence, das Kruger House, kann man besichtigen, mit originaler Inneneinrichtung und als gutes Beispiel für die Lebensart Anfang des 20. Jahrhunderts in Südafrika.
Das Melrose House ist eines der wichtigsten Gebäude der Stadt, wurde doch hier am 31. Mai 1902 der Friedensvertrag unterschrieben. Das Haus gehörte dem Geschäftsmann Heys und ist im viktorianischen Stil erbaut, mit schöner Gartenanlage. Es ist heute ein Museum, mit farbenfroher Inneneinrichtung, Kaminzimmern, englischen Gemälden und kostbaren Porzellanen.
Unzählige Voortrekker zogen einst aus der Kapkolonie in das weite Land, um es zu kolonisieren. Ihnen ist das Voortrekker-Monument gewidmet. Ein massiver Granitbau, der von jeder Ecke der Stadt zu sehen ist, da er sich auf einem Hügel befindet und selber 80 m hoch ist. Eine steinerne Wagenburg auf der das Denkmal umgebenden Mauer symbolisiert die Schutzmaßnahmen, die die Siedler nahmen, um sich vor Angriffen zu schützen. Hier befindet sich auch eines der drei noch erhaltenen Forts der Stadt – das Fort Schanskop.

Das Transvaal Museum ist das Naturhistorische Museum der Stadt und stellt viele Elemente von der Prähistorie bis in unser Zeitalter aus, die ein breites Spektrum des Lebens in diesem weiten Land gibt. In dem Kulturhistorischem Museum ‚African Window‘ geht es vom ersten Menschen bis in die Zivilisation.
Es gibt mehrere Naturreservate. Das ‚Wonderboom Nature Reserve‘ liegt mitten in der Stadt und zeigt einen riesigen Feigenbaum, der über 1000 Jahre alt ist und mit seinen herab hängenden Ästen neue Bäume hat wachsen lassen. Es gibt auch einige Ausgrabungen zu besichtigen.

Etwa 40 km außerhalb Pretorias liegt ein Kratersee, der Tswaing, durch den Aufschlag eines Meteoriten entstanden und heute ein Naturschutzgebiet.
Wer den Löwen lieber aus sicherer Entfernung sehen möchte, kann dieses im Zoo. Der botanische Garten gibt Aufschluss über die Vielseitigkeit der Flora und im Vogelpark kann man den vielen Vogelstimmen dieser Gegend lauschen.

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