Feste in Brasilien

brasilien flaggeBrasiliens Feste sind sehr vielfältig und man lernt somit die Kultur von den unterschiedlichsten Seiten kennen.

Da gibt es zum einen das Dreikönigsfest bzw. das Festa de Reis, das am 6. Januar stattfindet. Es handelt sich hierbei um ein katholisches Volksfest zu Ehren der drei Könige Caspar, Melchior und Balthasar, die jedoch in Brasilien „Gaspar, Melchior und Bathasar“ heißen. Das Fest findet nicht in ganz Brasilien statt, sondern viel mehr im Nordosten sowie in São Paulo und Minas Gerais. Oft werden biblische Szenen aus der Weihnachtsgeschichte von den Mitwirkenden inszeniert, aber auch komische Szenen, die bunt, unterhaltend und voller freudiger Überraschungen sind.

In Salvador findet am 2. Februar das Festa de Yemanjá statt, bei dem Geschenke für die Meeresgöttin gesammelt werden. Diese bestehen aus Blumen, Silber- und sogar Goldschmuck sowie teurem importierten Parfum. Diese Geschenke werden der anspruchsvollen Meeresgöttin überbracht, indem sie ins Wasser gelassen werden mittels Hunderter von Booten, die weit auf das Meer hinaus fahren. Das beeindruckende Spektakel wird von einer tausendköpfigen Menge verfolgt, die sich singend am Ufer befindet. Das Festa de Yamanjá wird jedoch nicht nur in Salvador zelebriert, sondern verbreitet sich von dort entlang der brasilianischen Küste aus.

Im Monat Februar findet auch das bedeutendste Fest der Brasilianer statt, nämlich der Karneval, dessen Paraden in São Paulo am 20./21. Februar und 21./22. Februar stattfinden. Die Zeiten der „karnevalistischen“ Feierlichkeiten finden in Brasilien meist zeitversetzt statt. So sind beim Carnaval da Bahia die Straßen zwischen dem 19. und 24. Februar nahezu unbefahrbar. Der Karneval in Salvador wird durch eine singende und tanzende riesige Volksmenge begleitet, die sich in und rund ums Zentrum der Stadt bewegt.
Der Carnaval de Recife in der Hauptstadt Pernambucos geht nicht bis zum 24., aber auch bis zum 23. Februar. Dieser fehlende Feiertag wird wettgemacht durch die erlebenswerten Straßenparaden, besonders weil man im Nachbarort den noch reizvolleren Karneval miterleben kann.
Der bisher originellste und schönste Karneval findet jedoch in Olinda statt. Der Carnaval de Olinda findet zwischen dem 19. und 23. Februar statt und charakterisiert sich durch liebenswerte Menschen und die zweifellos kreativsten Karnevalsgestalter Brasiliens. Bei diesem einzigartigen Karneval werden die Besucher so zum Lachen und Mitmachen animiert, wie es nirgendwo sonst im Land der Fall ist.


Drei Kilometer hinter dem kleinen Ort Fazenda Nova befindet sich das weltgrößte Freilichttheater. Dort befindet sich auf 70.000 Quadratmetern ein Ausschnitt aus dem Jerusalem des Jahres 33 n.Chr. Die einzelnen Stationen der „Via Sacra“ wurden hierbei in die verschiedenen natürlichen Terrain-Formationen eingefügt. Das Besondere ist, dass dieses Freilichttheater inmitten einer kargen Felslandschaft liegt und umgeben von einer drei Meter hohen Mauer ist, die mit sieben Meter hohen Türmen besetzt ist. Alljährlichen zwischen dem 8. und 25. April ist dieses Theater Schauplatz der “Paixão de Christo“. Die Akteure bestehen aus 500 Figuranten und 50 Schauspielern, die an neun verschiedenen Schauplätzen in 60 Szenen das Leben, den Prozess und den Tod Jesu darstellen. Es handelt sich um eine ständig in Bewegung bleibende Darstellung unter freiem Himmel, die von den – oft bis zu 10.000 pro Aufführung – Zuschauern zweieinhalb Stunden lang bewundert werden kann. Somit ist das Drama de Paixão de Christo, wie dieses Fest in Brasilien genannt wird, während der Karwoche ein beliebtes Ausflugsziel der Brasilianer und Touristen.

15 Tage nach Ostern findet Cavalhadas statt, ein Spektakel, das einer Schlacht von Karl dem Großen gegen die Mauren nachempfunden ist. Es findet hauptsächlich in Pirenópolis, einer Kleinstadt im Bundesstaat Goiás statt, wo es am ausdrucksstärksten präsentiert wird. In Pirnópolis findet das Spektakel seit 1826 statt und ist vor allem für die Einwohner Brasiliens geeignet, die Spaß daran haben, auf einem Pferd zu sitzen.

Wer auf viele Feierlichkeiten steht, sollte sich am besten den ganzen Juni über in Brasilien befinden, denn die Ehrentage der katholischen Heiligen Santo Antônio (Sankt Anton), São Joao (Sankt Johannes) und São Pedro (Sankt Peter) fallen so dicht hintereinander, dass man aus dem ganzen Monat ein einziges Fest gemacht hat. Die Feierlichkeiten beginnen bereits am 1. Juni mit einer Messe, die zu Ehren Sankt Antons, dem Stifter von Hochzeiten und Beschützer der Ehen, veranstaltet wird. Sein großes Fest findet jedoch erst am 13. Juni statt, gefolgt vom Fest für Sankt Johannes am 24. Juni, das sich bis zum 29. Juni hinzieht. Bei diesem Fest wird schlussendlich noch Sao Pedro, der Beschützer der Fischer und der Witwen, mit einbezogen. Das Besondere dieser Feierlichkeiten ist stets eine Bauernhochzeit oder mehrere, die bei dieser folkloristischen Darstellung stattfinden und die man unbedingt erlebt haben muss.

maranhao flaggeIn Maranhão findet vom 22. bis 30. Juni das für den Bundesstaat wichtigste Volksfest des Jahres statt, nämlich das „Bumba meu Boi“, das sich längst über den gesamten Norden des Landes verbreitet hat. Das Fest ist eine Kombination aus Tanz, Theater und Musik und vermischt Elemente aus afrikanischen, indianischen und lusitanischen Kulturen. So werden z.B. von den Musikern verschiedene typische Instrumente gespielt.
Ein wichtiges Ritual ist die Geburt eines Ochsen am 22 Juni, mit der das Fest beginnt. Dieser Ochse wird am darauf folgenden Tag nach einem bestimmten Ritual jeder Teilnehmergruppe getauft.
Mitten in diesem Festakt findet im Regenwald vom 26. bis 28. Juni das Festival Folclórico Parintins auf einer Insel statt. Der aus Maranhão importierte Ochse steht auch hier im Mittelgrund und ist, genau wie in seinem Ursprungsstaat, aus einem Holzgerüst gefertigt. Pappmaché und bunte Tücher machen ihn noch bewundernswerter. Insgesamt gibt es zwei solcher Ochsen, die im Inneren von verschiedenen Tänzern bewegt werden und deren tänzerische Leistung und Auftreten von einer Jury bewertet werden.

In der ersten Juli-Woche findet ein eher unspektakuläres Fest in einigen Städten des Landes statt. Es handelt sich um das Winter-Festival „Festival de Inverno“, das hauptsächlich stattfindet, da die Hotelpaläste in diesen Zentren (z.B. Gramado und Ouro Preto) zu der Zeit eher schlecht besucht sind, sich im Sommer jedoch kaum vor Gästen retten können. So gibt es viele, die ein Filmfestival mit späterer Prämierung anbieten, andere sogar ein klassisches Orchester aus dem Ausland.

Höhepunkt des Monats August ist das Fest „Nossa Senhora de Boa Morte“, zu Deutsch „Herrin eines guten Todes“, das in der ersten Monatshälfte in Cachoeira im Bundesstaat Bahia zelebriert wird. Es geht dabei um die Leiden des Volkes, das für seine Freiheit gekämpft hat. Das Fest wird bereits seit den Anfängen der Sklavenbefreiungs-Bewegung um 1880 gefeiert und gilt der Jungfrau Maria, die sich für die Freiheit des Volkes eingesetzt hat. Sämtliche Aufgaben und Vorbereitungen werden von der „Schwesternschaft des guten Todes“, einer femininen Gesellschaft, bestehend aus Nachkommen von Sklaven, übernommen. Aufgrund der damaligen Befreiung sehen es diese „Schwestern“ als ihre Pflicht und Schuldigkeit, das Fest alljährlich auszurichten. Natürlich ist es bei solch einem historischen Fest nicht ungewöhnlich, dass es außergewöhnlich antik ist und alter Silberschmuck sowie wundervolle Kostüme präsentiert werden.

Der brasilianische Heiligabend unterscheidet sich vom deutschen nur minimal. Das Fest wird ebenfalls innerhalb der Familie gefeiert und beinhaltet einen traditionellen Truthahn oder im Ofen gebackenen „Lombo de Porco“ (Schweine-Hinterschenkel). Nach dem Festmahl geht man genau um Mitternacht zur Christmesse. Da in Brasilien außer im Süden Nadelbäume eher rar sind, wird man in den brasilianischen Haushalten lediglich eine stark abgewandelte Kopie finden. Die Größe und Beschaffenheit dieses Weihnachtsbaumes variieren stark. Die Geschenke werden jedoch erst am 25. darunter drapiert, da es sie nicht, wie in Deutschland, zu Heiligabend gibt.

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